Liebe Leserinnen und Leser,

die informationen erscheinen mit dieser Ausgabe zum 50. Mal. Dass dies möglich wurde, ist der Arbeit und Unterstützung unserer Mitglieder, vieler Freundinnen und Freunde des Studienkreises zu verdanken, dem großen Kreis von Autorinnen und Autoren, die sich ohne Anspruch auf ein Honorar zur Verfügung stellten.

Es war in den letzten Jahren mehrmals in Frage gestellt - bedingt durch die anhaltende schwierige finanzielle Situation -, ob es überhaupt zu einer solchen 50. Ausgabe der informationen kommen würde. Allen möchten wir - auch im Namen des Vorstandes - Dank sagen für Vertrauen und Solidarität, die dies dennoch ermöglichten.

Unsere "Jubiläumsausgabe" hat - bedingt durch den einzuhaltenden Umfang - nur einen begrenzten Rückblick zum Inhalt, und es wäre zu wünschen, dass jüngere Historiker vielleicht einmal ermitteln, welche Fragen der Zeitgeschichte sich in der Zeitschrift reflektierten und wie sie andererseits zur Vermittlung antifaschistischer Politik und Geschichte beigetragen hat. Die informationen, die ursprünglich nur die bescheidene Absicht verfolgten, Informationen über die Arbeit des Studienkreises zu geben, sind längst zu einem bedeutenden Fundus für die Forschungsarbeit über Faschismus und Antifaschismus geworden.

Wir verbinden in dieser Ausgabe unseren Rückblick mit einem Ausblick auf ein wichtiges Erfordernis künftiger Arbeit:
Der Zukunft der Erinnerung. Antifaschistische Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit gewinnt schon deshalb eine zentrale Bedeutung, weil sich die Zahl der Zeitzeugen leider rapide verringert.

Mit den Beiträgen von Renate Knigge-Tesche, Peter Reif-Spirek - den wir erstmals ebenso wie Peter Chroust in unserem Autorenkreis begrüßen - sowie mit dem Beitrag unseres Kollegen Peter Krahulec kommen Fachleute mit großen Erfahrungen in der Gedenkstättenarbeit zu Wort. Sie werden ergänzt durch die Dokumentierung einiger Veröffentlichungen zu diesem Thema, die in der Debatte um das "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" entstanden. Wie man auch zu diesem Projekt stehen mag, zu seiner Vorgeschichte und auch zum Beschluß des Bundestages, so vermittelt der Denkmalstreit zwei wichtige, immer wiederkehrende Erkenntnisse, die auch für unsere weitere Arbeit wesentlich sind: Es gibt keine Hierarchie der Opfer, an alle und jeden muß erinnert werden, im NS Regime gab es keine Verfolgung erster und zweiter Klasse, woran Romani Rose erinnerte. Und es verbindet sich mit der Ablehnung an ein geteiltes Erinnern die Forderung nach Erhaltung der bestehenden und die Schaffung neuer Gedenkstätten und Erinnerungsmöglichkeiten.
Hier werden wir auch weiterhin die langjährige Erfahrung des Studienkreises einbringen, wie wir uns aber auch zugleich für neue Themen und Fragestellungen zu öffnen und auf veränderte Bedingungen einzustellen haben. Von unserem jetzt gebildeten Wissenschaftlichen Beirat erhoffen wir hier Anregungen und Hilfe.
Und es bleibt zu wünschen, dass auch von unserer nächsten Mitgliederversammlung Impulse ausgehen, die den Studienkreis weiter stabilisieren, die informationen noch interessanter und wirksamer und alles in allem unsere Arbeit erfolgreicher machen.

Die Redaktion