Dieses 52. Heft unserer "informationen" ist Anna Seghers zum 100. Geburtstag gewidmet. Die Redaktion bedankt sich bei den Gründungsmitgliedern der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e.V. - Prof. Christel Berger, Berlin, Dr. Ursula Elsner, Freiburg, und Prof. Alexander Stephan, Gainsville/USA - sowie bei Dr. Ulrich Schneider, Kassel, daß sie mit ihren Beiträgen viele bedenkenswerte Anstöße für eine Wieder- und Neuentdeckung dieser größten deutschsprachigen Erzählerin des 20. Jahrhunderts gegeben haben. Den Geburtstagsveranstaltungen im November 2000 - einige haben wir angekündigt - wünschen wir ein zahlreiches Publikum; über eine Nachlese in Form von Berichten, weiterführenden Projekten und Anregungen würden wir uns freuen.

Auf der letzten Mitgliederversammlung des Studienkreises Deutscher Widerstand äußerten alle Anwesende den dringlichen Wunsch, mehr über die inhaltlichen Aspekte unserer Forschungs- und Vermittlungsarbeit zu diskutieren. "Antifaschistischer Widerstand neu bedenken, verstehen, weitergeben" hieß ja auch der Untertitel unserer Tagung "Der aufrechte Gang" im November 1998.

In diesem Heft eröffnen wir die Diskussion mit unseren Mitgliedern und Leserinnen/Lesern. Der erste Beitrag "Antifaschistischer und/oder deutscher Widerstand" stammt von einem Nichtmitglied, Tjark Kunstreich; in den informationen Nr. 53 und Nr. 54 werden Beiträge von Hans Coppi, Rudolf Dohrmann und Reinhard Kühnl folgen. Weitere Thesen zum Selbstverständnis sind erwünscht. All denjenigen, die noch immer auf den Tagungsband "Der aufrechte Gang" warten, müssen wir zu unserem Bedauern mitteilen, daß die Vorträge leider nur in Form eines Readers veröffentlicht werden. Dafür ist dieser Reader ab sofort beim Studienkreis gegen einen Kostenbeitrag von 20 DM zu beziehen.

Ein weiterer Schwerpunkt dieser Ausgabe ist das Thema Entschädigung; es umfasst einen krititischen Kommentar zum Entschädigungsgesetz von Christoph Jetter, die Vorstellung unserer neuentwickelten Datenbank zu Entschädigungsakten, gewissermaßen ein Pilotprojekt zur Erfassung solcher nichtstaatlicher und staatlicher Aktenbestände, sowie ein Fallbeispiel, das den beschämenden Umgang der "Wiedergutmachungs"behörden mit NS-Opfern beschreibt, zusammengestellt von Barbara Stephan.

Das Schwerpunktthema der informationen Nr. 51 "Frauen - Widerstand und Verfolgung im deutschen Faschismus" findet auch in diesem Heft seine Fortsetzung, leider aus Platzgründen etwas zu kurz. Wir haben viele konstruktive Rückmeldungen erhalten, und es wurde auch weitergeforscht, so von Gerlind Schwöbel zu einer "vergessenen" Ravensbrückerin aus Frankfurt am Main, von Hans Hesse zu den Zeuginnen Jehovas im Frauenkonzentrationslager Moringen, auch haben wir eine Zeichnung der jüdischen Künstlerin Gerda Lissack gefunden. Besonders wichtig war uns das Lebensbild von Gretel Roth, eine der tapferen Frauen aus dem Widerstand der Arbeiterbewegung, das ihr Sohn Artur schrieb. Die Fantifa Freiburg möge uns bitte daher verzeihen, daß ihr prinzipieller und engagierter Beitrag zur verdrängten Frauengeschichte erst in der nächsten Ausgabe erscheint.

Zu guter Letzt noch eine Bitte an alle, die die informationen im Abonnement beziehen. Es würde uns die Verwaltungsarbeit erheblich erleichtern und die Kosten verringern, wenn Sie den jährlichen Betrag von 20.-DM per Dauerauftrag oder per Bankeinzug entrichten würden. Sagen Sie bitte kurz Bescheid über die von Ihnen gewählte Zahlungsweise! Und natürlich brauchen die informationen neue Abonnentinnen und Abonnenten!

Redaktion informationen: Margret Hamm, Ursula Krause-Schmitt, Gottfried Schmidt