Im Rahmen des Projektes "Frankfurt a.M. - FrauenKZ Ravensbrück" konnten die Biografien von insgesamt 276 Frauen recherchiert werden, die aus Frankfurt a.M. in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert wurden. Mit 93 Biografien gehören Jüdinnen zur größten Gruppe. Einige davon waren bereits im KZ Lichtenburg und kamen von dort in das neu errichtete FrauenKZ Ravensbrück. 84 der nach Ravensbrück überstellten Frauen waren Ausländerinnen. Die meisten warem im jugendlichen Alter aus Polen und der Ukraine zur Zwangsarbeit nach Frankfurt am Main verschleppt. Ins Visier der Gestapo gerieten sie insbesondere durch Anzeigen der Arbeitgeber und durch Denunzianten und Denunziantinnen. Neben Zeuginnen Jehovas und Sinti und Roma wurden auch Frauen nach Ravensbrück deportiert, die sich weigerten für die Rüstungsindustrie zu arbeiten, denen "Beihilfe zur Fahnenflucht", "Umgang mit Fremdvölkischen", das Hören sogenannter "Feindsender" oder auch "artvergessenes Verhalten" oder "Rassenschande", so die diffamierende Bezeichnung der Beziehungen zwischen "arischen" Frauen und Juden, vorgeworfen wurden.

Mit dem Buch "Frankfurt a.M.- FrauenKZ Ravensbrück. Lebensspuren verfolgter Frauen" dokumentieren wir die Ergebnisse einer noch keineswegs abgeschlossenen Spurensuche in doppelter Hinsicht: "Zum einen soll es Frauen, die aus Frankfurt am Main nach Ravensbrück in das zentrale Frauenkonzentrationslager der Kriegsjahre deportiert wurden, ihre Namen, Gesichter und Biografien wiedergeben; zum anderen sucht es in Frankfurt Orte auf, an denen diese Frauen vor ihrer Deportation wohnten und arbeiteten und Orte, an denen ihrer heute gedacht wird."

Auch szenische Lesungen und Stadtrundgänge, die die MItarbeiterinnen dieses Projektes entwickelt haben, erinnert an nach Ravensbrück deportierten Frauen ebenso wie Stolperstein-Verlegungen.

Projektdauer: 2007 bis Frühjahr 2009

Mitarbeiter: Petra Busmann, Dr. Ursula Krause-Schmitt, Birgit Moxter, Cora Mohr, Doris Seekamp

Förderer und Unterstützer: Frauenreferat Frankfurt a.M., Naspa-Stiftung, Hans Böckler Stiftung, Dr. Hildegard Hansche Stiftung