25. FEBRUAR 2017 |  14:30 Uhr

Saalbau Gutleut, Rottweiler Straße 32, 60327 Frankfurt am Main

Widerstand - ein Thema mit Zukunft
Festveranstaltung zum 50. Jubiläum des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945

Edgar Weick war einer der GründerInnen des Studienkreises.

"Wir dürfen nicht bei der Erforschung des Widerstandes gegen Nazi-Deutschland stehen bleiben, Wir müssen analysieren, wo wir heute stehen, und welche Lehren wir aus der Geschichte ziehen müssen."  it dieser Forderung von Edgar Weick ging die Feier zum 50. Jubiläum des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945 am 25. Februar 2017 zu Ende. Weick gehörte zu den Gründern der Institution, die im Anschluss an eine Schulbuchkonferenz im Februar 1967 in Frankfurt gegründet wurde. Ziel war es damals, den Widerstand in seiner sozialen und politischen Breite zu erforschen und vermitteln und damit auch den Arbeiterbewegung in die Schulbücher zu bringen. Daraus entstand das Dokumentationsarchiv des deutschen Widerstandes, das heute seinen Sitz im Frankfurter Westend hat. Das Arbeitsgebiet hat sich in den vergangen 50 Jahren erweitert auf die Erforschung und Vermittlung aller Formen des Widerstands gegen das NS-Regime: von Frauen, Jugendlichen, jüdische Menschen, Angehörigen verschiedener Konfessionen oder Sinti und Roma.

Die Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig überbringt die Grußworte der Stadt Frankfurt am Main

Zu der Jubiläumsfeier mit 130 Gästen brachte die Frankfurter Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig die Glückwünsche der Stadt. Die Arbeit des Studienkreises sei unverzichtbar für die historische Spurensuche in Frankfurt. Hartwig mahnte, wie andere Redner, zur Wachsamkeit vor allen, die die Demokratie untergraben wollen. Auch die Leiterin des Gedenkstättenreferates der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) Dr. Monika Hölscher gratulierte der „vermutlich ältesten Gedenkeinrichtung zur NS-Zeit in Hessen“ zum 50-jährigen Bestehen. Zu den Gratulanten gehörten auch Cornelia Kerth (VVN-BdA) und Dr, Gunnar Richter (Gedenkstätte Breitenau, LAG Hessen).

In der anschließenden Diskussionsrunde unter der Leitung von Dr. Thomas Lutz (Topographie des Terrors, Berlin) wurde die Bedeutung des Widerstandes, aber auch die Schwierigkeit seiner künftigen Vermittlung erläutert. Die Epoche der Zeitzeugen geht zu Ende; statt ihnen sprechen nun ihre Kinder, wie Mirjam Heydorn eindrücklich bewies. Die Tochter der Widerstandskämpfer 

Dr. C. Müller-Botsch, Dr. G. Baumgartner, E. Weick und M. Heydorn diskutieren mit Dr. Th. Lutz.Irmgard und Prof. Dr. Heinz-Joachim Heydorn hat den Mut ihrer Eltern, die sich als junge Menschen für den Widerstand entschieden, als Verpflichtung für ihr eigenes Leben angenommen. Sie und Edgar Weick berichteten eindrücklich, wie wenig Widerstandskämpferinnen und -kämpfer in der Bundesrepublik in den 1950er und 1960er Jahren anerkannt und akzeptiert waren. Dr. Christine Müller-Botsch von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin zeigte sich überzeugt, dass das Wissen um die vielfältigen Arten des Widerstands heute zum allgemeinen Wissen gehören. Anders als in den Nachkriegsjahren gelten heute Widerstandsaktivisten nicht mehr als "Verräter", sondern vielmehr als Vorbilder. Von einem ähnliche Wandel in der Wahrnehmung berichtete der Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW), Dr. Gerhard Baumgartner. Das Wiener DÖW hatte vor 50 Jahren bei der Gründung des Studienkreises Pate gestanden.

 

Dr. Christine Müller-Botsch (Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin)

 Mirjam Heydorn berichtet über die Erfahrungen ihrer widerständigen Eltern nach 1945.Cornelia Kerth überbringt Grußworte der VVN-BdA.

Swing Belleville begleiten die Veranstaltung musikalisch