„Es lebe die Freiheit!“: Das waren die letzten Worte von Hans Scholl, dem Widerstandskämpfer, bei seiner Hinrichtung am 22. Februar 1943 in München. Mutige Jugendliche wie er sind die Protagonisten in einer Sonderausstellung.

Von Lydia Herber

BONN - „Es lebe die Freiheit!“: Das waren die letzten Worte von Hans Scholl, dem Widerstandskämpfer, bei seiner Hinrichtung am 22. Februar 1943 in München. Mutige Jugendliche wie er sind die Protagonisten in einer Sonderausstellung des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945, die derzeit im Stadtmuseum Bonn zu sehen ist.Die Ausstellung stellt 30 Biografien oppositioneller Jugendlicher im „Dritten Reich“ vor. Sie dokumentiert, was die jungen Leute antrieb und beleuchtet, warum die Jugendlichen mit Leidenschaft für ihre Werte und Freiheit starben. So auch Hans und seine Schwester Sophie Scholl von der Weißen Rose.

Andere, wie die Edelweißpiraten, „Einzelkämpfer“ oder eine Gruppe Jugendlicher um den Bonner Michael Jovy, widersetzten sich ebenso dem nationalsozialistischen Regime. Die Nazis verurteilten den Rheinländer Jovy 1941 wegen „illegaler bündischer Betätigung“ und „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu sechs Jahren Zuchthaus. Er überlebte jedoch die Diktatur.

Anders bei Gerhald Liebold, dessen Geschichte die Ausstellung auch erzählt: Aufgrund seines Glaubens wollte er kein Teil der NS-Kriegsmaschinerie werden und widersetzte sich. Mit 21 Jahren wurde er jedoch wegen „Wehrkraftzersetzung“ hingerichtet. Zum 69. Todestag der Scholl-Geschwister haben Stadtmuseumsdirektorin Dr. Ingrid Bodsch, die Leiterin der Bonner Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus, Astrid Mehmel, und Ingo Degenhardt, ehrenamtlicher Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg, die Ausstellung nach Bonn geholt.

„Diesen Jugendlichen, die sich gegen das Dritte Reich stellten, waren ihre Werte mehr wert als ihr eigenes Leben“, sagte Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch. „Das zeigt mir, dass Menschlichkeit stärker ist als jede Willkürherrschaft.“ Ingo Degenhardt wies darauf hin, dass die jungen NS-Gegner Vorbilder für die heutige Gesellschaft seien. Denn gerade jetzt, wo rechtsextremistische Angriffe das Land überschatteten, sei es wichtig, sich gegen diese Verbrechen zu widersetzen. Nimptsch rief angesichts dessen dazu auf, dass die Freiheit, von der Hans Scholl sprach, auch heute in uns leben möge.

Quelle: Kölnische Rundschau, 24.02.12 unter: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1330001197196.shtml