22. Januar 2018, 18.30 Uhr, Mainz
Das Buch von Christoph Schneider „Diener des Rechts und der Vernichtung. Das Verfahren gegen die Teilnehmer der Konferenz von 1941 oder: Die Justiz gegen Fritz Bauer“ behandelt das so genannte „Schlegelberger-Verfahren“ gegen ehemalige Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälte wegen Unterstützung der systematischen Ermordung von Kranken und Behinderten zur Zeit des Nationalsozialismus.
Anfang der 1960er-Jahre leitete man gegen ehemalige Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälte ein Ermittlungsverfahren ein, das im Kontext der von Fritz Bauer vorangetriebenen Strafverfolgung von NS-Tätern stand. Der Vorwurf lautete: Unterstützung der systematischen Ermordung von Kranken und Behinderten zur Zeit des Nationalsozialismus. Auf einer vom Reichsjustizminister einberufenen Konferenz im April 1941 waren die hohen Juristen aufgefordert worden, die Tat zu decken. Das "Schlegelberger-Verfahren " – benannt nach dem einladenden Justizminister – dauerte zehn Jahre. Die historischen Ereignisse, das Verfahren selbst und die Anstrengungen, es vor dem Vergessen zu bewahren, bilden ein erinnerungspolitisches Ensemble, das verdeutlicht, wie umkämpft die NS-Aufarbeitung besonders bis in die 1980er-Jahre hinein war.
Veranstaltungsort: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Am Kronberger Hof 6, 5516 Mainz
Kontakt, Anmeldung und weitere Informationen.
Uwe Bader; Kerstin Hetzel, Telefon: 06242/910 816; Internet