23. Mai 2018, 18.15 Uhr, Frankfurt am Main
Die Spitze der Justiz des Deutschen Reichs traf sich auf Einladung des Justizministers am 23. April 1941 und ließ sich über den Mord an den Anstaltspatienten informieren – von den Tätern. Fritz Bauer initiierte 1960 ein Verfahren gegen die Teilnehmer dieser Konferenz. Im Zuge der Ermittlungen wurde deutlich: Hochrangige Juristen hatte einen wehrlosen und schutzbedürftigen Teil der Bevölkerung aus eigenem Antrieb preisgegeben. Zwei Jahre nach Bauers Tod wurde das Verfahren beendet, zehn Jahre nach seinem Tod war seine Existenz vergessen. Der Vortrag zeigt, wie die Strafverfolgung fehlschlug und wie verhindert wurde, dass Erkenntnisse aus dem Ermittlungsverfahren geschichtspolitisch wirksam werden konnten.
Der Vortrag wird von Christoph Schneider, freier Autor und Kulturwissenschaftler, gehalten.
Veranstaltungsort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Norbert-Wollheim-Platz 1, Casino-Gebäude, Raum 1.812.
Fritz Bauer Institut, Norbert-Wollheim-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel.: 069.798 322-40, info(at)fritz-bauer-institut.de, http://www.fritz-bauer-institut.de/