bis 29. März 2019, Northeim
Die Ausstellung zeigt Kohlezeichnungen von Hedwig Regnart, Widerstandskämpferin und Häftling im Frauen-KZ Moringen (1936–37).
Schon früh wurde Hedwig Regnart (1908–2001) politisiert und engagierte sich in der Arbeiterbewegung. Sie lernte Esperanto, interessierte sich für den Sozialismus und trat der KPD bei. Auch agitierte sie vor Fabriken und leitete eine Frauengruppe zum § 218. Von März 1933 bis Januar 1937 war Hedwig Regnart in „Schutzhaft“ – ohne Verhandlung und Urteil. Die Haft erfolgte an mehreren Orten und endete im Frauen-KZ Moringen. Hedwig Regnart blieb Zeit ihres Lebens ihren politischen Überzeugungen treu. Sie engagierte sich in der Friedensbewegung und berichtete als Zeitzeugin über ihre Erfahrungen im Nationalsozialismus.
Viele ihrer Erfahrungen hat die Fürther Widerstandskämpferin Hedwig Regnart in ausdrucksstarken Kohlezeichnungen dargestellt. Als Autodidaktin zeichnete sie Bilder von der Not der Bevölkerung nach den beiden Weltkriegen. Immer wieder thematisieren ihre Zeichnungen Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus. Viele Bilder zeigen Menschen in der Isolation der Einzelhaft, die auch sie selbst mehrmals für Monate erdulden musste. Hedwig Regnart hatte ihre Zeichnungen nie für eine Ausstellung vorgesehen. Sie zeichnete, um das Erlebte zu verarbeiten. Für uns heute sind diese Bilder eine historische Quelle: Dokumente über den politischen Widerstand, ausgeführt von Frauen, deren Beitrag im Kampf gegen den Nationalsozialismus lange Zeit wenig Beachtung und Anerkennung erfuhr.
Ausstellungsort: Foyer der Landkreisverwaltung, Medenheimer Str. 6/8, Northeim
Kontakt und weitere Informationen:
KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58, 37186 Moringen, Fon +49 (0) 5554 2520, [email protected], www.gedenkstaette-moringen.de