16. Juli 2019, 19 Uhr, Wiesbaden
Am 20. Juli 1944 wurde von deutschen Regimegegnern der Versuch unternommen, die »nationalsozialistische« Gewaltherrschaft, der bereits viele Millionen Menschen zum Opfer gefallen waren, zu beenden. Nachdem Stauffenberg ein Sprengstoffattentat auf Hitler verübt hatte, übernahm er kurze Zeit später zusammen mit dem aus Wiesbaden stammenden Ludwig Beck das Kommando der militärischen Umsturzaktion. Auch Hauptmann Hermann Kaiser, im Zivilberuf Studienrat, war führend an den Vorbereitungen des Unternehmens beteiligt.
Nachdem dieses binnen weniger Stunden gescheitert war, versuchte eine umgehend gebildete Sonderkommission des Reichssicherheitshauptamtes aller beteiligten Militärs und Zivilisten habhaft zu werden. Doch es konnte nur eine vergleichsweise kleine Zahl Verschwörer enttarnt werden. Nicht aufzudecken vermochten die NS-Fahnder die erstaunlich breite zivile Basis. Dies war deren konspirativer Absicherung zu verdanken, aber auch der Verschwiegenheit der Anführer. Die meisten der in das Umsturzunternehmen involvierten Zivilisten, die sich bei dessen Gelingen zur Übernahme entscheidungsrelevanter Positionen bereiterklärt hatten, konnten untertauchen.
Der Vortrag von Dr. Rolf Faber und Dr. Axel Ulrich wird die wichtigsten an jenem Umsturzversuch beteiligten Militärs und Zivilisten aus Wiesbaden vorstellen. In den Blick gerückt werden außerdem die aus Bürgerlichen und Sozialdemokraten bestehenden Widerstandsgruppen, die hierorts die zivile Basis des Unternehmens bildeten.
Veranstaltungsort: Rathaus, Raum 22, Schlossplatz 6, Wiesbaden
Kontakt und weitere Informationen:
Stadtarchiv Wiesbaden, Tel. 0611 31-3329, 0611 31-3747, [email protected], https://www.wiesbaden.de/kultur/archive/archive/programm.php#