13. August, 19.30 Uhr, Frankfurt am Main
Anlässlich des 50. Todestages Theodor W. Adornos wird die öffentliche Podiumsdiskussion die Aktualität seines Schaffens in den Fokus rücken wird. Die DiskutantInnen widmen sich insbesondere dem aktuellen Phänomen der „Neuen Rechten“ vor dem Hintergrund von Adornos Gesellschaftskritik.
Theodor W. Adorno, der wie seine Kollegen am Frankfurter Institut für Sozialforschung 1933/34 zur Emigration gezwungen war, setzte sich als Soziologe intensiv mit der nationalsozialistischen Diktatur auseinander. Nach seiner Remigration in die Bundesrepublik und die Rückkehr nach Frankfurt im Jahr 1953 stand er der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft mit kritischer Distanz gegenüber und beobachtete mit Schrecken das erfolgreiche Wirken ehemaliger „Parteigenossen“ im öffentlichen Leben.
1967 hielt Adorno auf Einladung des Verbands Sozialistischer Studenten Österreichs einen Vortrag unter dem Titel „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“. Die Ausführungen bezogen sich vor allem auf die damals aktuellen Wahlerfolge der neofaschistischen NPD in Deutschland. „Die gesellschaftlichen Voraussetzungen des Faschismus dauern fort“, mahnte der Wissenschaftler. Doch er bezog sich nicht nur auf die beständigen Laufbahnen von NS-Kadern in der Bundesrepublik.
„Mit Blick auf das Wiederaufleben rechtsextremer Einstellungen erscheint Adornos Analyse aus den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in vielen Punkten alarmierend aktuell. Umso wichtiger ist es, die menschenverachtende Rhetorik und aufstachelnde Hetze der neuen, alten Rechten zu entlarven und ihr zu widersprechen“, sagt Kulturdezernentin Hartwig.
Adornos Beschreibung liest sich auch aus heutiger Sicht als treffende soziologische Analyse von Rechtsextremismus und -populismus in einer pluralistischen Demokratie. Doch wird unsere heutige Demokratie ihren eigenen Ansprüchen gerecht? Hat Adorno hier ein gesellschaftliches Problem aufgezeigt, das sich bis heute nicht wesentlich verändert hat? Wie neu ist das Phänomen der „Neuen Rechten“ aus Sicht der Frankfurter Schule betrachtet? Diese und andere Fragen werden bei der Veranstaltung diskutiert.
Veranstaltungsort: Evangelische Akademie, Römerberg 9, Frankfurt am Main
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