11. bis 28. November 2019, Frankfurt am Main
Die Ausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“ zeigt die Entwicklung von den ersten Razzien 1933 bis zum Terror der KZ-Haft. Die Veranstaltungen des Rahmenprogramms rücken verschiedene Aspekte der Verfolgung von Menschen als „Asoziale“ in den Blickpunkt.
Im Bundesentschädigungsgesetz nicht berücksichtigt, nur an wenigen Orten als NS-Opfer repräsentiert, gibt es kaum Opfergruppen, die weniger im öffentlichen Gedächtnis verankert sind. Die unter der Bezeichnung »asozial« subsumierten Wohnsitzlosen, Bettler und Tagelöhner, Sinti und Roma, Prostituierten, Fürsorgeempfänger und Vorbestraften wurden vor wie nach dem Nationalsozialismus von der Mehrheitsgesellschaft misstrauisch beäugt, behördlich erfasst und strafrechtlich verfolgt. Das Anknüpfen an Muster und Stereotype aus der Zeit der NS-Verfolgung kennzeichnet die Überlieferung. Aber nicht nur deswegen ist es angemessen, die Darstellung der historischen Verfolgung mit einem gegenwartspolitischen Einsatz zu verbinden. Auch heute wird immer wieder deutlich, dass Behörden und Apparate – obgleich vom demokratischen Staat geprägt und ausgestattet – keine Garanten rechtsstaatlicher Prinzipien sind. Allzu oft operieren sie mit Binnen- und Sachzwanglogiken, die im Zweifelsfall geeignet sind, Radikalisierungsdynamiken zu entfalten.
Ausstellungsort: Katharinenkirche, An der Hauptwache 1, 60313 Frankfurt
Kontakt und Informationen u.a. über das Rahmenprogramm:
https://www.gegen-vergessen.de/index.php?id=305