10. November 2019, 15 Uhr, Frankfurt am Main
Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten lädt ein zu einer Mahn- und Gedenkveranstaltung auf der Freifläche vor der Festhalle, an der Friedrich-Ebert-Anlage.
Die älteste deutsche Organisation von Antifaschisten gedenkt der jüdischen Opfer, die im Zusammenhang mit den faschistischen Pogromen in der Zeit vom 9. bis 11. November 1938 in Frankfurt gedemütigt, inhaftiert und verprügelt wurden.
Zur Erinnerung: In Frankfurt ließen Nazischergen und SS am Abend des 9. November 1938 die Synagogen schänden, demolieren oder niederbrennen. Es traf nicht nur die Synagogen im Westend und am Börneplatz, auch die in der Friedberger Anlage, in Höchst und in weiteren Stadtteilen wurden Opfer der Flammen. An den folgenden Tagen wurden mehr als dreitausend männliche Juden verhaftet und in der Festhalle festgesetzt. Sie wurden in der Zeit vom 10. bis 13. November 1938 aus der Festhalle über den Südbahnhof in die KZ Buchenwald und Dachau gebracht und dort für mehrere Wochen eingesperrt.
Diese Novemberpogrome waren der von den deutschen Faschisten verordnete und lückenlos geplante Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung zur systematischen Verfolgung und Vernichtung der Juden. Es handelte sich nicht, wie von den Nazis verbreitet, um einen Volksaufstand, sondern um Staatsterror, der zur Shoa, zur Ermordung von sechs Millionen Juden führte.
Zum Abschluss wird Martin Höllenriegel Mozarts Arie „In diesen heiligen Hallen“ aus der Zauberflöte singen. Der berühmte Opernsänger Hans Erl wurde 1938 von den Nazis in der Festhalle inhaftiert und dort gezwungen, diese Arie zu singen. Im Juni 1942 wurden er und seine Ehefrau Sofie Erl von den Nazis ermordet.
Kontakt und weitere Informationen:
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Kreisvereinigung Frankfurt, Eckenheimer Landstraße 93, 60318 Frankfurt am Main, Telefon: 0177 61 12 5 21, E-Mail: [email protected]