18. März 2018, 11 Uhr, Köln
Alain Resnais’ 1955 in Auschwitz gedrehter und mit Archivmaterial ergänzter Film ließ keinen Zweifel daran, dass, trotz des Schweigens der Deutschen, die Todeslager, die Täter und deren Opfer nicht vergessen waren. Um einen internationalen Aufschrei und den bundesdeutschen Schock zu vermeiden, ließ die Bundesregierung den Film 1956 aus dem Programm der Filmfestspiele in Cannes entfernen – der Film behindere die Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen. Weltweite Proteste führten aber dazu, dass »Nacht und Nebel« in der Bundesrepublik gezeigt wurde – allerdings nicht in den für alle zugänglichen Kinos, sondern nur auf Antrag von politischen und konfessionellen Gruppen in geschlossenen Veranstaltungen. Das jugendliche Publikum dieser von Geheimnis und Verbot umwitterten Vorführungen wurde später zu einer der Keimzellen der 1968er-Bewegung.
Mit einem Vortrag von Hannes Heer
Veranstaltungsort: Filmforum NRW im Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln
Kontakt und weitere Informationen:
Tel.: 0221/221 26332, [email protected], https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/default.aspx?s=915#v25187