22. April 2018, 11 Uhr, Köln
Mit einem Vortrag mit Hannes Heer und Filmausschnitten aus »Der Spezialist« von Eyal Sivan, D 1999
Im Mai 1960 wurde der frühere SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann in Buenos Aires vom israelischen Geheimdienst gekidnappt. Der Hinweis auf den Aufenthaltsort und den neuen Namen des »Managers der Endlösung« stammte vom Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Der Prozess, der im April 1961 begann und mit dem Todesurteil Ende 1961 endete, stand im Zentrum der Weltöffentlichkeit. Die Aussagen der überwiegend jüdischen Zeugen machten erstmals die Mechanismen des Völkermordes sichtbar. Die deutschen Medien präsentierten zwei Modelle im Umgang mit der NS-Zeit – die Warnung vor dem Schaden durch die »wieder hochgespülten« negativen Bilder im Ausland oder die Forderung, sich »der kollektiven Verantwortung« für die Verbrechen des »Dritten Reiches« doch endlich zu stellen. Die Bundesregierung, der Eichmanns Adresse schon lange bekannt war, weigerte sich, dessen Überstellung an ein deutsches Gericht zu beantragen – ganz so, als ob sie für den Fall nicht zuständig wäre.
Reservierungen unter Tel. 0221 – 221 26332 oder [email protected]
Treffpunkt: Filmforum NRW im Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln
Kontakt und weitere Informationen:
Appellhofplatz 23-25
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, 50667 Köln, 0221/2212-6332, [email protected], Website