Frankfurt 1946

Die ersten Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft waren in Frankfurt am Main eine Zeit vollkommen unterschiedlicher Erfahrungen. Die große Mehrheit der Deutschen sah sich inmitten des Zusammenbruchs ihrer Lebensmöglichkeiten und Zukunftspläne beraubt; viele waren zugleich von Krieg, Flucht und Vertreibung betroffen. Die Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung waren auf der Suche nach einem neuen Leben. Die zurückkehrenden Aktiven des Widerstands gegen die NS-Herrschaft kämpften für einen demokratischen Neubeginn.
Frankfurt war in diesen Jahren ein Ort, an dem diese Erfahrungen unmittelbar aufeinandertrafen: Verfolgung und Rückkehr, Wiederaufbau und Verdrängung, demokratischer Aufbruch, antifaschistische Selbstorganisation und alte Kontinuitäten.
Drei der vielen Perspektiven werden bei dieser Veranstaltung vorgestellt und auf ihre Bedeutung für unsere Gegenwart befragt.
Vorträge:
Dr. Thomas Bauer (Institut für Stadtgeschichte): Oberbürgermeister Walter Kolb und der demokratische Neubeginn in Frankfurt am Main
Dr. Katharina Stengel (Historikerin): Die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“ in den ersten Jahren und ihre Aktiven in Frankfurt
Percy Herrmann (Goethe Universität): Zum Verhältnis der jüdischen Displaced Persons zur Stadt und Stadtgesellschaft
Moderation: Prof. Reiner Diederich (KunstGesellschaft)