Bernd Heyl , Wil­helm Hammann

29,90 

Bernd Heyl
Wilhelm Hammann – Ein Gerechter unter den Völkern, Biografie eines hessischen Antifaschisten
Bernd Heyl stellt die Frage nach den Perspektiven einer aktuellen Erinnerungskultur, nach einem kollektiven Gedächtnis, das Geschichte verstehen will und auch die Erfahrungen derjenigen aufnimmt, die ihr Leben dem Kampf für soziale Gerechtigkeit und gegen den Faschismus gewidmet haben.

Bernd Heyl
Wil­helm Ham­mann – Ein Ge­rech­ter un­ter den Völ­kern, Bio­gra­fie ei­nes hes­si­schen Antifaschisten

Wil­helm Ham­mann, ge­bo­ren am 25. Fe­bru­ar 1897 in Bie­bes­heim, wäh­rend der Na­zi­zeit po­li­tisch ver­folgt und im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald in­haf­tiert, war 1945 Block­äl­tes­ter im Block 8, ei­nem der bei­den Jun­gen­blocks des KZ Bu­chen­wald. In den letz­ten Ta­gen vor der Be­frei­ung be­wahr­te er 159 jü­di­sche Jun­gen vor dem To­des­marsch, den die SS be­reits ge­plant hat­te. Für die­se Ret­tungs­tat ehr­te ihn Yad Vas­hem am 18. Ju­li 1984 als Ge­rech­ter un­ter den Völ­kern.

Wer war die­ser Wil­helm Ham­mann? Sei­ne po­li­ti­sche So­zia­li­sa­ti­on war eng ver­bun­den mit Er­leb­nis­sen am En­de des Ers­ten Welt­kriegs. In Hal­le be­tei­lig­te er sich an der No­vem­ber­re­vo­lu­ti­on 1918 und kehr­te als über­zeug­ter Re­vo­lu­tio­när aus dem Krieg zu­rück in den Kreis Groß-Gerau (Hes­sen). En­de des Jah­res 1920 wech­sel­te er von der USPD zur KPD. So­mit ist sei­ne Ge­schich­te eng ver­bun­den mit der ei­ner so­zia­len und po­li­ti­schen Mas­sen­be­we­gung. Dies wirft Fra­gen auf, de­nen Bernd Heyl in sei­ner For­schung nach­geht: Wel­che Er­fah­run­gen und Über­zeu­gun­gen präg­ten ihn als Leh­rer und Kom­mu­nis­ten, als Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten des Volks­staa­tes Hes­sen, als Häft­ling Nr. 1224 im KZ Bu­chen­wald oder als kom­mu­nis­ti­schen Ak­ti­vis­ten und Groß-Ge­rau­er Land­rat in der un­mit­tel­ba­ren Zeit nach dem Zwei­ten Welt­krieg? Und war­um ge­riet Ham­mann in der al­ten Bun­des­re­pu­blik nach sei­nem nie wirk­lich auf­ge­klär­ten Un­fall­tod in Vergessenheit?